Papilio machaon - Schwalbenschwanz
LINNAEUS, 1758

Beschreibung
Falter: Der Schwalbenschwanz imponiert als grosser, gelber Falter mit schwarzer Zeichnung und keilförmigem Fortsatz der Hinterflügel. Die Geschlechter unterscheiden sich hinsichtlich der Färbung unwesentlich. Das Weibchen ist etwas grösser.
Ei: Das Ei ist kugelig und gelblichgrün. Nach einiger Zeit wird es braun und vor dem Schlüpfen der Jungraupe tintenblau.
Raupe: Die Jungraupe ist schwarz und trägt auf der Oberseite einen weissen Fleck und orangerote Wärzchen. Nach der dritten Häutung ist die Raupe sehr bunt, auffällig und auch dem Laien bekannt: grün mit schwarzen Binden und orangeroten Punkten. Sie ist unbehaart.
Puppenbeschreibung: Die Gürtelpuppe ist braun, beige oder grün; das Kopfende ist zweispitzig.
Ökologie
Ei: Das legebereite Weibchen hält sich an der Futterpflanze fest und legt die Eier einzeln im Flatterflug ab. Da die Eiablage mit gekrümmtem Hinterleib erfolgt, werden bevorzugte Futterpflanzen aufgesucht, die randständig sind oder die übrige Vegetation überragen.
Raupe: Ungefähr eine Woche nach der Eiablage schlüpft die Jungraupe. Die Schwalbenschwanzraupe ist als «Rüebliraupe» oft im Garten an Karottenkraut oder Fenchel anzutreffen. Grössere Raupen verraten sich durch Skelett-frass am Karottenkraut; da sie jedoch nie in grösserer Anzahl auftreten, richten sie keinen nennenswerten Schaden an. Ausser den erwähnten Doldenblütlern (Umbelliferae) werden in verschiedenen Gegenden in unterschiedlichem Mass auch andere Futterpflanzen belegt. An Kulturpflanzen werden ausser den erwähnten Arten auch Sellerie und Petersilie erwähnt. In Riedwiesen des Tieflandes wird Sumpfhaarstrang (Peucedanum palustre), im Engadin z.B. oft Hallers Laserkraut (Laserpitium halleri) und an trockenheissen Stellen am Jurasüdfuss Peucedanum cer-varia (Hirschwurz) sowie Faserschirm (Trinia glauca) belegt. In der Literatur werden zudem Wiesensilau (Rosskümmel, Silaum silaus = S. pratensis), Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga), Wilde Möhre (Daucus carota) und Berghaarstrang (Peucedanum oreoselinum) und andere als Futterpflanzen genannt. Die Raupen fressen ausser Laub auch Blüten, Samen und Stengel der Futterpflanze.
Bei Berührung reagiert die Raupe mit ruckartigen Bewegungen des Vorderleibes. Oft wird dabei die orangerote Nackengabel ausgestülpt, von der ein eigenartiger Geruch ausströmt.
Verpuppungsreife Raupen beginnen unruhig umherzulaufen. Vor dem Verpuppen verblasst ihre Farbe. Die Schwalbenschwanzraupe kann ohne Schwierigkeiten gezüchtet werden.
Puppe: Die Sommerpuppen, deren Falter eine zweite Generation ergeben, sind oft am Stengel der Futterpflanze zu finden. Überwinternde Puppen sind hellbraun oder gelbgrün; sie werden oft in einiger Entfernung der Futterpflanze an geschützten Orten gefunden.
Die Puppenruhe dauert bei den Sommerpuppen etwa zwei Wochen, bei den überwinternden Puppen hingegen mehrere Monate; die Falter schlüpfen im Mai des folgenden Jahres.
Falter: Der Schwalbenschwanz fliegt in der Regel in zwei Generationen von Mai bis Juni und von Juli bis Oktober. In den höheren Lagen der Alpen ist die Art offenbar mit nur einer Generation im Jahr vertreten. Unter sehr günstigen klimatischen Bedingungen ist in der Ebene im September/Oktober gelegentlich auch eine dritte Generation möglich.
Der Schwalbenschwanz ist als guter Flieger in unterschiedlichen Biotopen anzutreffen: in Gärten, auf Wiesen, an Waldrändern, in Feuchtgebieten und häufig auf buschigen Trockenwiesen.
Gelegentlich beobachtet man Männchen, die sich standorttreu auf Bergkuppen aufhalten und offensichtlich ihr Revier gegen eindringende Artgenossen verteidigen. Auf solchen erhöhten Standorten findet auch der Balzflug statt.
Der Schwalbenschwanz ist ein Binnenwanderer, der als Einzelwanderer überall innerhalb seines Verbreitungsgebiets angetroffen werden kann, so z. B. auch in grosser Höhenlage (3000 m ü.M.). Die Entwicklung vom Ei bis zum Falter ist bis in Höhenlagen um etwa 2000 m ü. M. möglich.

Jahreszeitliche Entwicklung:

2 Generationen (eine 3. Generation ist nur ausnahmsweise möglich).

Einbrütige Populationen der höheren Lagen
Verbreitung
Der Schwalbenschwanz ist in der ganzen Schweiz verbreitet, allerdings in gebietsweise unterschiedlicher Häufigkeit.
Gefährdung
Da zum Futterpflanzenspektrum des Schwalbenschwanzes auch Kulturpflanzen gehören und der Schmetterling zudem in seinen Biotopansprüchen nicht sehr spezialisiert ist, ist die Art generell nicht stark gefährdet. Die stetige Verdrängung naturnaher Wiesen und von Rieden durch Intensivkulturland und der Einsatz von Insektiziden (z.B. in Karottenpflanzungen) haben in verschiedenen Gebieten bereits zu einem Rückgang der Art geführt.