Parnassius phoebus - Alpenapollo

(FABRICIUS, 1793)

P. phoebus - Alpenapollo
Weibchen in Schreckstellung

 

Beschreibung


Falter: Der Alpenapollo kommt in Europa ausschliesslich in den Alpen vor. Die Art fliegt ausserdem noch in den Gebirgen der Westküste Nordamerikas und in Zentral- und Nordostasien.

Als naher Verwandter des Apollos ist der Alpenapollo leicht mit diesem zu verwechseln. Deutlichstes Unterscheidungsmerkmal ist der Fühlerschaft, der beim Alpenapollo deutlich schwarz geringelt ist, während beim Apollo die Ringelung undeutlich ist (Abb. 1 Fühlerunterschied). Beim Alpenapollo befindet sich am Vorderflügelrand oft ein roter Fleck, der beim Apollo in den allermeisten Fällen schwarz gefärbt ist.

Das Weibchen ist in der Regel stärker schwarz gezeichnet; die Begattungstasche ist braunschwarz.

Ei: Das Ei ist rund, weiss und leicht abgeplattet. Am oberen Pol befindet sich eine dunklere Rosette. Es ist dem Ei des Apollos sehr ähnlich.

Raupe: Die Raupe ist mattschwarz, schwach behaart, seitlich befinden sich orangerote oder gelbe Flecke. Gelb gefleckte Raupen treten häufiger auf als beim Apollo.

Puppe: Die Puppe ist mattschwarz. Sie liegt in einem dichten, weissen Gespinst, ähnlich dem des Schwarzen Apollos.

Ökologie


Ei: Die Eier werden in der Nähe der Futterpflanze abgelegt. Nach eigenen Beobachtungen erfolgt die Eiablage auf unterschiedliche Weise:

  • Das Weibchen hält sich an einem Grashalm fest und lässt mit gekrümmtem oder gestrecktem Hinterleib die Eier einzeln auf den Boden fallen.
  • Oft wird das Ei mit Sorgfalt an einer geschützten Stelle eines Felsbrockens abgelegt.
  • Das Weibchen stösst den Hinterleib in weichen Sand, um ein Ei abzulegen.

Anderen Beobachtungen zufolge werden die Eier auch auf der Futterpflanze abgelegt. In der Regel überwintert die Jungraupe in der Eihülle, gelegentlich auch ausserhalb.

Raupe: Die Raupe des Alpenapollos verhält sich beim Schlüpfen wie die Apolloraupe. Auch frisst sie zu Beginn nur die Futterpflanzenknospe.

Die Futterpflanze ist in den allermeisten Fällen der Bewimperte Steinbrech (Saxifraga aizoides). In der Literatur werden ausserdem auch Hauswurzarten (Sempervivum mon-tanum, S. tectorum) genannt. Die Raupen leben gerne auf Pflanzen, die nahe an Bächen oder auf überfluteten nassen Stellen wachsen.

Puppe: Die Raupe verpuppt sich zwischen den Stengeln der Futterpflanzenpolster oder zwischen Steinen und Pflanzenteilen am Boden.

Die Puppe ist in frischem Zustand leuchtend hellgrün; sie wird dann bald mattschwarz und ist nicht weiss überpudert. Die Puppenruhe dauert zwischen zehn Tagen und mehreren Wochen.

Falter: Der Alpenapollo fliegt je nach Höhenlage in einer Generation von Juni bis Ende September. Die Flugzeit fällt in der Regel mit der Hauptblütezeit des Bewimperten Steinbrechs zusammen.

Die Männchen suchen in charakteristischem Schwirrflug nach den Weibchen, die nur selten auffliegen. Bei dieser Suche überfliegen die Männchen ohne weiteres auch breitere Bachläufe. Die Art zeigt ein ähnliches Schreckverhalten wie der Apollo.

Der Alpenapollo ist fast überall dort anzutreffen, wo die Futterpflanze gehäuft auftritt: an den Ufern von Bergbächen, auf Quellfluren, überschwemmten Böden usw.

Die Hauptverbreitung liegt zwischen 1800 und 2200 m ü.M., doch leben einzelne Populationen bereits auf 1200m, andere auf über 2500m.

P. phoebus - Verbreitung

Jahreszeitliche Entwicklung:

P. phoebus - Entwicklung

Verbreitung


Der Alpenapollo ist in der Alpenregion weit verbreitet (Südtäler der Walliser Alpen, Zentralalpen, Nordtessin, Graubünden).

P. phoebus - Verbreitung

Gefährdung


Da diese Art vorwiegend in einer Höhenstufe fliegt, die vom Menschen noch nicht stark verändert wurde, zählt sie nicht zu den gefährdeten Arten. Lokal können Lebensräume durch Trockenlegung von Bächen, Bachverbauungen und Stauseen zerstört werden.

Bilder

P. phoebus - Fühlerunterschied Alpenapollo-Apollo
Fühlerunterschied:
Oben: P. apollo = schwach geringelt
Unten: P. phoebus = stark geringelt
P. phoebus - Ei
Ei
P. phoebus - Raupe auf Bewimperten Steinbrech
Raupe auf Bewimperten Steinbrech
P. phoebus - Puppe, Kokon
Puppe, Kokon
P. phoebus - Puppe in geöffnetem Kokon
Puppe in geöffnetem Kokon
P. phoebus - Männchen
Männchen
P. phoebus - Paarung
Paarung (Kopula)
P. phoebus - Bergbach mit Bewimpertem Steinbrech
Bergbach mit Bewimpertem Steinbrech


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